Methodik

Die Informationsgrundlage muss zur Fragestellung passen.

Technische Unterlagen, Betriebsdaten, vertragliche Grundlagen und wirtschaftliche Informationen beschreiben unterschiedliche Aspekte desselben Energiesystems. Erst in ihrem Zusammenhang entsteht eine belastbare Grundlage für die fachliche Bewertung.

Welche Informationen erforderlich sind, richtet sich nach der konkreten Fragestellung. Entscheidend ist nicht allein, ob Daten oder Unterlagen vorhanden sind, sondern ob sie fachlich relevant, zeitlich passend und untereinander konsistent sind.

Widersprüche, fehlende Informationen oder nicht eindeutig zuordenbare Betriebszustände werden deshalb nicht übergangen, sondern in ihrer Bedeutung für die weitere Bewertung eingeordnet.

Methodischer Grundsatz

Die Aussagekraft einer Bewertung hängt von der Qualität, Vollständigkeit und fachlichen Einordnung ihrer Informationsgrundlage ab.

Informationsgrundlage

Unterschiedliche Informationsquellen beantworten unterschiedliche Fragen.

Zusammengeführt werden diejenigen Informationen, die für die konkrete Aufgabenstellung erforderlich sind und eine nachvollziehbare Einordnung des Energiesystems ermöglichen.

  1. Technische Unterlagen

    Schaltbilder, Messkonzepte, Anlagenunterlagen und Regelungsbeschreibungen zeigen Aufbau und vorgesehenen Betrieb.

  2. Mess- und Betriebsdaten

    Lastgänge, Erzeugungswerte, Messdaten und Steuerungsereignisse zeigen tatsächliche Betriebszustände.

  3. Verträge und Vorgaben

    Vertragliche Regelungen, Netzanforderungen und regulatorische Vorgaben definieren relevante Verpflichtungen und Grenzen.

  4. Abrechnungen und Marktdaten

    Abrechnungen, Preisbestandteile und historische Marktdaten ermöglichen die wirtschaftliche Zuordnung von Betriebszuständen und Energiemengen.

Ingenieurwissenschaftliche Arbeitsweise

Aussagen werden hergeleitet und in ihrer Aussagekraft eingeordnet.

Dokumentierte Tatsachen, fachlich begründete Annahmen und nicht abschließend beurteilbare Sachverhalte werden klar voneinander getrennt.

  1. Nachvollziehbarkeit

    Aussagen lassen sich auf ihre fachliche Grundlage zurückführen.

  2. Plausibilisierung

    Informationen werden auf sachliche und zeitliche Konsistenz geprüft.

  3. Systembezug

    Einzelinformationen werden im Zusammenhang des konkreten Energiesystems eingeordnet.

  4. Transparenz

    Annahmen, Unsicherheiten und Grenzen der Aussagekraft werden kenntlich gemacht.

Anwendung

Die Methodik richtet sich nach dem konkreten Energiesystem und der Aufgabenstellung.

Welche Informationen erhoben, welche Zusammenhänge vertieft untersucht und welche Handlungsoptionen bewertet werden, ergibt sich aus der jeweiligen Fragestellung und den verfügbaren Grundlagen.

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